Der japanische Begriff Shinrin Yoku bedeutet sinngemäß übersetzt "Baden in der Waldluft". Führende japanische Shinrin-Yoku-Experten wie Professor Yoshifumi Miyazaki oder der weltweit anerkannte Forstwissenschaftler und Präsident der japanischen Gesellschaft für Waldmedizin Dr. Qing Li prägten diese Bezeichnung in den 1980ern maßgeblich. Sie erforschten die heilsamen Effekte der Wälder über Jahrzehnte, und lieferten schließlich die wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit des Waldbadens.

Inzwischen erobern diese Erkenntnisse die westliche Welt. Sie untermauern, was die Menschen bislang vom Herzen her wussten: Der Wald tut gut! So gesehen ist das Waldbaden ein alter Hut: Bereits die alten Griechen wussten, dass sich Krankheiten durch Sport und Bewegung in der freien Natur heilen lassen.

Die bedeutende Universalgelehrte Hildegard von Bingen (1098-1179) bezeichnete die allem innewohnende Energie als Grünkraft, und riet zum regelmäßigen Aufenthalt in der Natur, um neue Lebensenergie zu tanken.

Der Heiler Vincenz Prießnitz (1799-1851) war fest von der bekömmlichen Wirkung von Barfußgehen im Wald überzeugt.

Nicht zuletzt fasste der bekannte Pfarrer und Begründer heutiger Naturheilverfahren Sebastian Kneipp (1821-1897) seine Gedanken über die Therapie in der Natur in seinem Gesundheitskonzept zusammen, welches die innere Balance des Menschen im Vordergrund stellt. Neben dem bekannten "Wassertreten" bildeten auch hier Waldspaziergänge einen wesentlichen Bestandteil der Therapie.

Heute weiß man, dass ausgiebiges Waldbaden den Puls reguliert und den Blutdruck senkt. Stresshormone werden abgebaut. Die Zahl der Killerzellen in unserem Körper steigt signifikant an, was unser Immunsystem erheblich stärkt und uns damit fit gegen schwere Krankheiten machen kann.

Nach einem achtsamen Waldbad fühlen wir uns ausgeglichener, gesünder und glücklicher. Wir können uns besser konzentrieren, fühlen uns "geerdet" und spüren mehr innere Ruhe. Durch Shinrin Yoku können wir uns über unsere Sinne mit der Natur verbinden - und nähern uns auf diese Weise unserem natürlichen Menschsein.

(Quellen: Shinrin Yoku, Heilsames Waldbaden, Yoshifumi Miyazaki. Die wertvolle Medizin des Waldes, Dr. Qing Li. Ausbildungsskript der deutschen Akademie für Waldbaden, Jasmin Schlimm-Thierjung und Annette Bernjus)



"Nicht so schnell doch, geh langsam, denn Du musst nirgends hin als zu Dir selbst!"

Literaturnobelpreisträger Juan Ramón Jiménez